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Kollagen: Was Studien zu Haut und Bindegewebe zeigen

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Studien zu eingenommenem Kollagen zeigen teilweise positive Ergebnisse für Hautfeuchtigkeit und Elastizität, die Aussagekraft ist aber begrenzt. Viele Untersuchungen sind klein, laufen nur wenige Wochen und werden von Herstellern finanziert. In der EU gibt es deshalb keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Kollagen, wohl aber für Vitamin C und seine Rolle bei der körpereigenen Kollagenbildung.

In diesem Artikel ordnen wir ein, was Kollagen ist, wie die Studien zu Haut und Bindegewebe aufgebaut sind, worauf du beim Lesen solcher Studien achten kannst und was Kollagen in Cremes und Seren auf der Hautoberfläche leistet.

Kurz gesagt

  • Kollagen ist das häufigste Eiweiß im Körper und gibt Haut, Sehnen, Knorpel und Knochen ihre Festigkeit.
  • Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 wertete 31 Veröffentlichungen aus und kam zu einem vorsichtig positiven Ergebnis für die Haut, nannte aber Einschränkungen.
  • Harvard Health bezeichnet die Forschung zu Kollagenpräparaten als noch früh und fordert größere Studien.
  • Im EU-Register ist für Kollagen keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe eingetragen.
  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.

Was ist Kollagen und wo kommt es im Körper vor?

Kollagen ist ein Strukturprotein, das aus drei miteinander verdrillten Eiweißketten besteht. Diese Fasern geben dem Bindegewebe Zugfestigkeit, ähnlich wie Stahlseile einer Brücke. Harvard Health beschreibt Kollagen als das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper. Es findet sich vor allem in der Lederhaut, also der mittleren Hautschicht, sowie in Sehnen, Bändern, Knorpel und Knochen.

Mit zunehmendem Alter bildet der Körper weniger Kollagen. Gleichzeitig wird vorhandenes Kollagen durch UV-Strahlung und andere Einflüsse abgebaut. Das ist einer der Gründe, warum die Haut im Laufe der Jahre an Spannkraft verliert und Falten entstehen.

Was zeigen Studien zu Kollagen und Haut?

In den meisten Studien erhielten die Teilnehmenden über mehrere Wochen Kollagenhydrolysat oder kleine Kollagenpeptide als Pulver oder Getränk. Gemessen wurden dann Hautfeuchtigkeit, Elastizität und manchmal die Faltentiefe mit speziellen Messgeräten.

Eine Übersichtsarbeit, die 2024 in der Fachzeitschrift Quality in Sport erschien, wertete 31 Artikel aus, darunter randomisierte kontrollierte Studien, systematische Übersichten und Metaanalysen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Daten Kollagenpräparate trotz einiger Einschränkungen als nicht invasive Option für die Hautgesundheit stützen. Sie haben allerdings nur eine einzige Literaturdatenbank durchsucht, was die Aussagekraft begrenzt.

Zurückhaltender äußert sich Harvard Health. Dort heißt es, einige wissenschaftliche Hinweise deuteten darauf hin, dass Kollagenpräparate die Elastizität der Haut verbessern könnten. Die Forschung sei aber noch früh, und größere Studien müssten diese Ergebnisse bestätigen. Die Autorin rät, die Vor- und Nachteile mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Warum sind die Studienergebnisse umstritten?

Bei Kollagenstudien gibt es einige typische Schwachstellen, die du kennen solltest, bevor du Werbeversprechen glaubst. Die folgende Tabelle zeigt, worauf Fachleute beim Lesen achten.

Studienmerkmal Worauf du achtest Warum es wichtig ist
Teilnehmerzahl Wie viele Menschen nahmen teil? Kleine Gruppen liefern eher Zufallsergebnisse.
Dauer Wie viele Wochen wurde eingenommen? Kurze Studien sagen wenig über langfristige Effekte aus.
Vergleichsgruppe Gab es ein Placebo und wussten die Teilnehmenden nicht, was sie bekommen? Ohne Placebo lassen sich Erwartungseffekte nicht ausschließen.
Finanzierung Wer hat die Studie bezahlt? Von Herstellern finanzierte Studien berichten häufiger positive Ergebnisse.
Messgröße Wurde mit Geräten gemessen oder nur nach Eindruck gefragt? Objektive Messungen sind aussagekräftiger als Selbsteinschätzungen.
Zusätze Enthielt das Präparat weitere Stoffe wie Vitamin C oder Hyaluronsäure? Dann lässt sich der Effekt nicht allein dem Kollagen zuschreiben.

Ein weiteres Problem ist die Frage, was mit Kollagen im Körper passiert. Beim Verdauen wird es wie jedes andere Eiweiß in Aminosäuren und kleine Peptide zerlegt. Forschende untersuchen, ob bestimmte Peptide als Signal für die Haut wirken könnten. Ob und wie stark das beim Menschen eine Rolle spielt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Warum hat die EFSA keine Angabe für Kollagen zugelassen?

In der EU dürfen gesundheitsbezogene Angaben für Lebensmittel nur verwendet werden, wenn sie wissenschaftlich bewertet und zugelassen wurden. Die Europäische Kommission führt dazu ein Register, in dem zugelassene und abgelehnte Angaben mit ihren Bedingungen stehen. Für Kollagen findet sich dort keine zugelassene Angabe.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Kollagen wirkungslos ist. Es bedeutet aber, dass die vorgelegten Daten bisher nicht ausgereicht haben, um eine Wirkung so sicher zu belegen, wie es das EU-Recht verlangt. Hersteller dürfen deshalb nicht behaupten, dass Kollagen Falten reduziert oder Gelenke schützt.

Anders sieht es bei Vitamin C aus. Die EFSA hat seine Rolle bei der Kollagenbildung 2009 bewertet, und heute gilt die zugelassene Angabe: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Entsprechende Angaben gibt es auch für Knorpel, Knochen, Zahnfleisch, Zähne und Blutgefäße.

Was macht Kollagen in Cremes und Seren?

Kollagen in Kosmetik wirkt anders als eingenommenes Kollagen. Die großen Kollagenmoleküle bleiben überwiegend auf der Hautoberfläche. Dort binden sie Wasser und bilden einen feinen Film, der die Haut glatter und geschmeidiger wirken lässt und sie vor dem Austrocknen schützt. Kosmetisches Kollagen ersetzt also nicht das Kollagen in der Lederhaut, es pflegt die oberste Schicht.

Ein Beispiel ist das Zeitgard Racine Intensive Collagen Serum aus der Anti-Aging-Linie von LR. Wie du ein Serum in deine Pflegeroutine einbaust und welche Wirkstoffe in Anti-Aging-Pflege wirklich zählen, erklären wir im Artikel Anti-Falten-Creme: Welche Wirkstoffe zählen wirklich? Einen Überblick über die Linie gibt die Kategorie Zeitgard Gesichtspflege.

Wie kannst du die Kollagenbildung im Alltag unterstützen?

Die wirksamste Maßnahme für den Erhalt des Kollagens in der Haut ist ein konsequenter Sonnenschutz, denn UV-Strahlung baut Kollagen ab. Hinzu kommen eine ausgewogene Ernährung mit genug Eiweiß, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf das Rauchen.

Vitamin C bekommst du über Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte, Beeren und Kiwi. Wer lieber ein Getränk nimmt, findet eine Kombination aus Kollagenhydrolysat und Vitamin C im Aloe Vera Drinking Gel Active Freedom. Es liefert nach Herstellerangaben pro Tagesportion von 90 Millilitern 45 Milligramm Vitamin C. Damit gilt: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Knorpelfunktion bei. Für das enthaltene Kollagen und die Aloe Vera gibt es keine zugelassene Angabe. Worauf du beim Kauf von Kollagenprodukten achtest, liest du in unserem Ratgeber Kollagen-Pulver: Was drin ist.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Hautveränderungen, die neu auftreten, wachsen, bluten oder sich in Farbe und Form verändern, gehören in die Hände einer Hautärztin oder eines Hautarztes. Das gilt auch für Gelenkschmerzen, die über Wochen anhalten oder mit Schwellung und Rötung einhergehen. Ein Kollagenpräparat ist dafür keine Lösung.

Wenn du eine Nierenerkrankung hast, schwanger bist, stillst oder Allergien gegen Fisch oder Rindereiweiß hast, sprich vor der Einnahme von Kollagenprodukten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Häufige Fragen

Ist die Wirkung von Kollagen auf die Haut bewiesen?

Nein, nicht im Sinne des EU-Rechts. Es gibt Studien mit positiven Ergebnissen, doch viele sind klein, kurz oder von Herstellern finanziert. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Kollagen gibt es nicht.

Wie lange dauern Kollagenstudien meistens?

Die meisten Studien laufen über einige Wochen bis wenige Monate. Über Effekte nach Jahren der Einnahme ist wenig bekannt.

Wirkt Kollagen in Cremes tiefer in der Haut?

Kollagen in Kosmetik bleibt überwiegend auf der Hautoberfläche. Es bindet dort Feuchtigkeit und lässt die Haut glatter wirken, ersetzt aber nicht das Kollagen in tieferen Schichten.

Welche Rolle spielt Vitamin C?

Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Mit Obst und Gemüse nimmst du in der Regel genug davon auf.

Lohnt sich Kollagen trotzdem?

Das ist eine persönliche Entscheidung. Wer Kollagen ausprobieren möchte, sollte realistische Erwartungen haben, auf seriöse Werbeaussagen achten und Sonnenschutz und Ernährung nicht vernachlässigen.

Quellen

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel und ersetzen keine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung.

Autor: Angel Matsanov, unabhängiger LR-Partner seit 2013, schreibt über LR-Produkte und ihre Anwendung. Zuletzt geprüft: 29.10.2026.

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