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Zistrose (Cistus incanus): Pflanze, Tee und Kapseln

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Die Zistrose (Cistus incanus) ist ein Strauch aus dem Mittelmeerraum, dessen getrocknetes Kraut als Tee aufgegossen und als Extrakt in Kapseln angeboten wird. Sie enthält viele Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe, die in Labor- und Tierstudien untersucht wurden. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für die Pflanze selbst in der EU jedoch nicht.

In diesem Artikel erfährst du, woran du die Zistrose erkennst, worin sich Tee und Kapseln unterscheiden, was die Forschung tatsächlich zeigt und welche Sicherheitsfragen noch offen sind. Am Ende erklären wir, was in den Cistus-Kapseln von LR steckt und welche Aussagen dafür erlaubt sind.

Kurz gesagt

  • Die Zistrose ist ein buschiger Strauch aus dem Mittelmeerraum, von dem es nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW rund 24 Arten gibt.
  • Als Tee ist in der EU nur das Kraut von Cistus incanus L. Pandalis zugelassen, und zwar bis zu 3 g Kraut pro Tag, was etwa zwei Tassen entspricht.
  • Antivirale Effekte wurden bisher nur im Labor gezeigt, während es für Nahrungsergänzungsmittel mit Zistrose laut Verbraucherzentrale keine Belege für eine solche Wirkung gibt.
  • Wegen des hohen Polyphenolgehalts empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens eine Stunde Abstand zu Medikamenten.
  • Die zugelassenen Aussagen zu den LR Cistus-Kapseln beruhen allein auf dem enthaltenen Vitamin C und Zink.

Was ist die Zistrose?

Die Zistrose ist ein stark verzweigter, buschiger Strauch, der vor allem in den Macchien und Felslandschaften rund ums Mittelmeer wächst. Die Gattung Cistus umfasst nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW etwa 24 Arten. In Tees und Nahrungsergänzungsmitteln werden vor allem die graubehaarte Zistrose (Cistus x incanus) und die Kretische Zistrose (Cistus creticus) verwendet.

Du erkennst Cistus incanus an drei Merkmalen: Die Stängel sind grau behaart, die Blätter erinnern in Form und Oberfläche an Salbei, und die Blüten leuchten rosa bis lila. Im Volksmund wurde die Pflanze in Südeuropa schon sehr lange bei Erkältungen, Durchfall und für die Haut genutzt. Eine solche Tradition erklärt das heutige Interesse, sie ist aber kein Wirksamkeitsnachweis.

Wichtig ist die Art. Laut Verbraucherzentrale NRW hat eine Untersuchung der Universität Wien aus dem Jahr 2021 gezeigt, dass 7 von 12 Produkten, die als Cistus incanus verkauft wurden, in Wirklichkeit von einer weiß blühenden Art stammten, und zwar auch bei Bio-Ware. Weiß blühende Zistrosen haben keine Tradition als Tee, deshalb lässt sich ihr sicherer Verzehr nicht einfach voraussetzen.

Zistrose als Tee oder als Kapseln: Wo liegt der Unterschied?

Zistrosentee besteht aus getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen, die du mit heißem Wasser aufgießt. Er schmeckt herb und leicht holzig, was an den Gerbstoffen liegt. Kapseln enthalten dagegen einen Trockenextrakt, also eine konzentrierte Form der Pflanzenstoffe, deren Menge auf dem Etikett steht. Eine ausführliche Anleitung für die Tasse findest du in unserem Beitrag zur Zubereitung von Cistus-Tee.

Merkmal Zistrosentee Kapseln mit Zistrosen-Extrakt
Form Getrocknetes Kraut zum Aufgießen Trockenextrakt in Kapseln
Menge pro Tag Laut Novel-Food-Katalog höchstens 3 g Kraut, etwa zwei Tassen Wie auf dem Etikett angegeben
Geschmack Herb, leicht holzig Neutral
Zusätze In der Regel keine Oft Vitamine oder Mineralstoffe
Rechtlicher Rahmen Nur Cistus incanus L. Pandalis als Tee zugelassen Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass Zistrosen-Lebensmittel außerhalb von Nahrungsergänzungsmitteln nach dem Novel-Food-Katalog eine Zulassung brauchen. Zugelassen ist bisher nur das Kraut von Cistus incanus L. Pandalis, mit einer Höchstmenge von 3 g pro Tag. Extrakte in Kapseln und Lutschpastillen sind als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt, sie lassen sich aber nicht mit standardisierten Extrakten aus Arzneimitteln vergleichen.

Was sind Polyphenole, und wie viel steckt in der Zistrose?

Polyphenole sind eine große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die Pflanzen unter anderem vor UV-Licht und Fraßfeinden schützen. Du nimmst sie täglich mit der Nahrung auf, etwa über rote Trauben, grünen Tee, Granatapfel oder Aronia. Die Zistrose ist besonders reich an diesen Stoffen, was ihren herben Geschmack erklärt.

Manche Hersteller geben auf dem Etikett an, wie viele Polyphenole ein Extrakt liefert. Die Verbraucherzentrale NRW hält diese Angabe für begrenzt hilfreich, weil es für sekundäre Pflanzenstoffe keine Zufuhrempfehlungen gibt. Du kannst also Produkte damit vergleichen, aber nicht ablesen, ob eine Menge sinnvoll ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die einzige beantragte gesundheitsbezogene Angabe zur Zistrose, die antioxidativen Eigenschaften, als nicht ausreichend belegt bewertet.

Was sagt die Forschung zur Zistrose?

In Zell- und Tierversuchen haben Forschende antivirale Effekte von Zistrosen-Polyphenolen gegen verschiedene Viren beobachtet. Solche Laborergebnisse lassen sich aber nicht auf den Menschen übertragen, denn im Reagenzglas wirken Stoffe in Konzentrationen, die im Körper oft gar nicht erreicht werden. Studien am Menschen gibt es nur wenige, und die Verbraucherzentrale NRW beschreibt sie als methodisch umstritten.

Die Bewertung ist deshalb nüchtern: Für eine antivirale Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Zistrose gibt es laut Verbraucherzentrale keinerlei Belege. Werbeaussagen, die eine keimtötende Wirkung oder einen Schutz vor Erkältungen versprechen, sind für Nahrungsergänzungsmittel nicht zulässig. Wenn du Zistrosentee magst, kann er ein Teil deiner Teeauswahl sein. Ein nachgewiesener gesundheitlicher Nutzen der Pflanze lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Welche Sicherheitsfragen sind bei der Zistrose noch offen?

Zistrosentee in üblichen Mengen wird von den meisten Menschen gut vertragen. Bei konzentrierten Extrakten solltest du trotzdem einige Punkte kennen, die die Verbraucherzentrale NRW nennt:

  • Bei manchen Menschen treten Magenschmerzen oder Übelkeit auf.
  • Wer überempfindlich auf Zistrose reagiert, sollte alle Produkte mit dieser Pflanze meiden.
  • Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Stillende sollten Zistrosen-Produkte nicht einnehmen, weil Daten fehlen.
  • Der hohe Polyphenolgehalt kann Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen, deshalb solltest du mindestens eine Stunde Abstand halten und mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke sprechen.

Häufig wird auch nach der Leber gefragt. In den Quellen, die wir für diesen Artikel geprüft haben, findet sich kein konkreter Hinweis auf Leberschäden durch Zistrose. Das bedeutet nicht, dass die Frage geklärt ist, denn für hochdosierte Pflanzenextrakte, die über Monate eingenommen werden, fehlen meist Langzeitdaten. Wenn du eine Lebererkrankung hast oder regelmäßig Medikamente nimmst, solltest du vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen. Was zu diesem Thema bekannt ist, haben wir in einem eigenen Beitrag über Zistrose und die Leber zusammengetragen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erinnert zudem daran, dass Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland als Lebensmittel gelten und nicht die strengen Prüfungen von Arzneimitteln durchlaufen. Die Qualität kann deshalb schwanken, und Produkte aus dem Ausland erfüllen nicht automatisch die deutschen Vorgaben. Achte daher auf einen Hersteller, der die genaue Art und die Extraktmenge angibt.

Was steckt in den Cistus-Kapseln von LR?

Die Cistus Incanus Kapseln von LR liefern laut Herstellerangabe mit der Tagesportion von zwei Kapseln 800 mg Cistus-incanus-Extrakt, 80 mg Vitamin C, das sind 100 % des Referenzwerts für die tägliche Zufuhr, und 2 mg Zink, also 20 % des Referenzwerts. Für den Zistrosen-Extrakt selbst gibt es keine zugelassene Aussage. Die erlaubten Angaben stammen allein von den beiden Mikronährstoffen.

Weil die Kapseln genug Vitamin C und Zink enthalten, dürfen diese Aussagen aus dem EU-Register verwendet werden:

  • Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin C trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
  • Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
  • Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.

Halte dich an die Verzehrempfehlung auf der Packung und plane die Kapseln mit mindestens einer Stunde Abstand zu Medikamenten ein. Wie du Vitamin C und Zink zuerst über das Essen abdeckst, erklären wir im Beitrag Immunsystem und Ernährung im Winter. Weitere Produkte findest du in unserer Kategorie Nahrungsergänzung.

Hier ist das Produkt aus diesem Artikel:

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Setze das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten, wenn nach der Einnahme anhaltende Bauchschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit, ein Hautausschlag, dunkler Urin oder eine Gelbfärbung von Haut oder Augen auftreten. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du schwanger bist, stillst, eine chronische Erkrankung hast oder dauerhaft Medikamente nimmst. Hohes Fieber, Atemnot oder ein Husten, der länger als drei Wochen anhält, gehören unabhängig von Nahrungsergänzungsmitteln in ärztliche Hände.

Häufige Fragen

Wofür wird die Zistrose verwendet?

Die Zistrose wird im Mittelmeerraum traditionell als Tee getrunken. Ihre Polyphenole werden in der Forschung untersucht, eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für die Pflanze aber nicht.

Wie viele Tassen Zistrosentee sind pro Tag in Ordnung?

Für den zugelassenen Tee aus Cistus incanus L. Pandalis gilt eine Höchstmenge von 3 g Kraut pro Tag, was etwa zwei Tassen entspricht. Halte dich an die Angaben auf der Packung.

Darf ich Zistrose zusammen mit Medikamenten einnehmen?

Wechselwirkungen sind wegen der vielen Polyphenole möglich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt mindestens eine Stunde Abstand und ein Gespräch in der Apotheke oder mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ist Zistrose für Kinder geeignet?

Für Kinder unter 12 Jahren wird von Zistrosen-Produkten abgeraten, weil Daten fehlen. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist für Kinder die bessere Grundlage.

Ersetzt Zistrose eine Impfung oder eine Behandlung?

Nein. Für Zistrose ist keine Wirkung gegen Infektionen belegt, und sie ersetzt weder eine Impfung noch eine ärztlich verordnete Therapie.

Quellen

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Autor: Angel Matsanov, unabhängiger LR-Partner seit 2013, schreibt über LR-Produkte und ihre Anwendung. Zuletzt geprüft: 29.10.2026.

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Wichtiger Hinweis: Die auf dieser Website vorgestellten Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu erkennen, zu behandeln, zu heilen oder ihnen vorzubeugen, und ersetzen keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.