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Bei Omega-3-Kapseln zählt vor allem, wie viel EPA und DHA eine Tagesportion liefert, nicht wie viel „Fischöl“ darin steckt. Für die zugelassenen Aussagen zu Herz, Gehirn und Sehkraft braucht es mindestens 250 mg EPA und DHA beziehungsweise 250 mg DHA pro Tag. Achte außerdem auf Frische, die Zahl der Kapseln pro Tag und darauf, dass du zusammen mit Fisch die empfohlenen Mengen nicht deutlich überschreitest.
Hier findest du eine Checkliste für den Kauf, eine Erklärung der Angaben auf dem Etikett, die Empfehlungen zu Fisch und den Hinweis, wer vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen sollte.
Kurz gesagt
- Entscheidend ist der Gehalt an EPA und DHA pro Tagesportion, der Gesamtwert „Omega-3“ allein sagt wenig.
- Die zugelassenen Gesundheitsaussagen gelten erst ab einer täglichen Aufnahme von 250 mg EPA und DHA beziehungsweise 250 mg DHA.
- Die EFSA hält bis zu 5 g EPA und DHA pro Tag für Erwachsene für unbedenklich, das BfR empfiehlt laut Verbraucherzentrale aus allen Quellen zusammen höchstens 1,5 g Omega-3 pro Tag.
- Gesunde Menschen, die ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch essen, brauchen in der Regel keine Kapseln.
- Wer Blutverdünner nimmt oder eine Herzerkrankung hat, sollte Omega-3-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Was sind Omega-3-Fettsäuren und warum EPA und DHA?
Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann. Die drei wichtigsten sind Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). ALA steckt in Lein-, Raps- und Walnussöl. EPA und DHA kommen vor allem in fettem Seefisch und in bestimmten Mikroalgen vor. Der Körper kann aus ALA nur kleine Mengen EPA und DHA herstellen. Deshalb beziehen sich die zugelassenen Gesundheitsaussagen auf EPA und DHA. Wie hoch der Bedarf ist und welche Lebensmittel ihn decken, erklären wir im Artikel Omega-3-Fettsäuren: Bedarf, Lebensmittel und EPA/DHA.
Worauf solltest du beim Kauf von Omega-3-Kapseln achten?
Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass auf der Packung nur der Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren pro Tagesdosis angegeben werden muss. Ein Vergleich ist dadurch schwierig. Die folgende Checkliste hilft dir, die Angaben richtig zu lesen.
| Kriterium | Worauf du achtest | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| EPA und DHA pro Tagesportion | getrennte Angabe von EPA und DHA in Milligramm | Nur diese Fettsäuren tragen die zugelassenen Aussagen. |
| Mindestmenge | mindestens 250 mg EPA und DHA pro Tag | Darunter darf mit den Aussagen nicht geworben werden. |
| Zahl der Kapseln | wie viele Kapseln für die Tagesportion nötig sind | Viele kleine Kapseln mit wenig EPA und DHA sind im Alltag unpraktisch. |
| Frische | Mindesthaltbarkeit, Lagerhinweise, Antioxidans wie Vitamin E | Omega-3-Fette werden leicht ranzig. |
| Herkunft des Öls | Fischöl, Krillöl oder Mikroalgenöl | Für vegetarische oder vegane Ernährung kommen nur Algenöle in Frage. |
| Zusätze | weitere Vitamine, Pflanzenöle oder Extrakte | Zusätzliche Vitamine können zusammen mit anderen Produkten zu hohe Mengen ergeben. |
Welche Aussagen sind für EPA und DHA zugelassen?
Im EU-Register sind für EPA und DHA mehrere gesundheitsbezogene Angaben zugelassen. Bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg EPA und DHA gilt: EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei. Bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA gilt: DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei, und DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.
Daneben gibt es Aussagen zu Blutdruck und Blutfettwerten, die erst ab 2 bis 3 g EPA und DHA pro Tag gelten. Diese Mengen erreichen die meisten Kapseln in der empfohlenen Dosis nicht. Die Verbraucherzentrale kritisiert außerdem, dass Omega-3-Präparate oft mit dem Schutz vor Herzinfarkt, Demenz oder Depressionen beworben werden. Solche Krankheitsversprechen sind verboten und nicht belegt.
Wie viel Omega-3 ist zu viel?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2012 bewertet, dass Erwachsene bis zu 5 g EPA und DHA pro Tag ohne Sicherheitsbedenken aufnehmen können. Für Erwachsene hält die EFSA 250 mg pro Tag für eine angemessene Zufuhr. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist vorsichtiger: Laut Verbraucherzentrale hält es aus allen Quellen zusammen höchstens 1,5 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag für angemessen. Verbindliche Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Deutschland bisher nicht.
Für dich heißt das: Rechne die Kapseln und deinen Fischkonsum zusammen. Wer an einem Tag eine große Portion Lachs isst, braucht an diesem Tag nicht zusätzlich eine volle Kapseldosis.
Wie schneidet LR Super Omega nach diesen Kriterien ab?
Die LR Super Omega Kapseln liefern mit der Tagesportion von drei Kapseln 1.260 mg Omega-3-Fettsäuren, davon 630 mg EPA und 420 mg DHA, zusammen also 1.050 mg EPA und DHA. Damit liegt das Produkt deutlich über der Schwelle von 250 mg für die zugelassenen Aussagen zu Herz, Gehirn und Sehkraft. Außerdem enthält es Nachtkerzenöl und Gerstenextrakt mit 113 mg Beta-Glucan pro Tag. Für diese beiden Zusätze gibt es in dieser Menge keine zugelassene Aussage.
Mit gut einem Gramm EPA und DHA gehört Super Omega zu den höher dosierten Produkten. Wer regelmäßig fetten Fisch isst, kann an Fischtagen auf die Kapseln verzichten oder die Menge anpassen, um insgesamt im Rahmen der BfR-Empfehlung zu bleiben.
Weitere Nahrungsergänzungsmittel findest du in unserer Kategorie Nahrungsergänzung.
Brauche ich Omega-3-Kapseln, wenn ich Fisch esse?
Für die meisten gesunden Menschen lautet die Antwort Nein. Die Verbraucherzentralen raten, wie auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, darunter fetten Seefisch wie Hering, Makrele, Lachs oder Sardinen. Auch Fischkonserven zählen. Dazu kommen Raps-, Lein- oder Walnussöl in der Küche. Wer so isst, ist mit EPA und DHA in der Regel gut versorgt.
Kapseln können eine Ergänzung für Menschen sein, die kaum oder keinen Fisch essen. Für Stillende, die nicht regelmäßig Fisch essen, nennt die Verbraucherzentrale 200 mg DHA pro Tag als Ergänzung. Wann Nahrungsergänzungsmittel allgemein sinnvoll sind, besprechen wir im Artikel Nahrungsergänzungsmittel: Wann sie sinnvoll sind.
Wann solltest du vor der Einnahme mit einem Arzt sprechen?
Die Verbraucherzentrale NRW nennt mehrere Gruppen, die Omega-3-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen sollten:
- Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder andere Blutverdünner nehmen, weil höhere Dosen das Blutungsrisiko erhöhen können.
- Menschen mit einer Herzerkrankung oder mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder erhöhten Blutfetten, weil hohe Dosen das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können.
- Menschen mit Diabetes und Menschen mit einem akuten Infekt.
- Schwangere, Stillende und Eltern, die ihrem Kind ein Präparat geben möchten.
Sag vor einer Operation Bescheid, dass du Omega-3-Kapseln nimmst. Wer eine Fischallergie hat, verwendet keine Fischölkapseln. Bei Übelkeit, Aufstoßen mit Fischgeschmack oder Hautreaktionen kannst du die Kapseln zu einer Mahlzeit nehmen, bei anhaltenden Beschwerden setzt du sie ab.
Häufig gestellte Fragen
Wann nimmt man Omega-3-Kapseln am besten ein?
Am besten zu einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält. Viele vertragen die Kapseln so besser, und es kommt seltener zu Aufstoßen.
Woran erkenne ich ranzige Omega-3-Kapseln?
Ein stechender, fischig-ranziger Geruch beim Öffnen der Dose oder einer Kapsel ist ein Warnzeichen. Lagere die Kapseln kühl, trocken und lichtgeschützt.
Sind Algenöl-Kapseln eine Alternative?
Ja. Mikroalgenöl liefert ebenfalls EPA und DHA und eignet sich für Menschen, die keinen Fisch essen.
Wie viele Kapseln Super Omega nimmt man?
Die Verzehrempfehlung von LR liegt bei drei Kapseln pro Tag. Diese Menge sollte nicht überschritten werden.
Quellen
- Verbraucherzentrale NRW: Sind Omega-3-Fettsäure-Kapseln eine sinnvolle Nahrungsergänzung? (Stand 24.03.2026)
- EFSA: EFSA assesses safety of long-chain omega-3 fatty acids (2012)
- Verbraucherzentrale NRW: Jod, Vitamine, Omega-3-Fettsäuren – Nahrungsergänzung in der Stillzeit?
- Verbraucherzentrale NRW: Wechselwirkungen mit Medikamenten
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
